Durban Blog Ruth Irlen

China- ist da ein Zwinkern hinter der Maske?

Von Ruth Irlen am

Sir Tony Brenton, der 1997 für Großbritanien das Kyoto Protokoll verhandelt hat, fand für den sachlich-kühlen Chefverhändler Chinas Xie Zhenhua warme Worte und erinnerte sich daran, wie Xie Zhenua sagte, “wir werden Klimaschutzanstrengungen unternehmen, aber wir warten auch ab, ob die Industrieländer sich bewegen”. Genau das macht China seit sie am Sonntag die erste Verhandlungsbereitschaft signalisiert haben.

Der Druck im Kessel steigt

Von Ruth Irlen am

Connie Hedegaard, die Europäische Kommissarin für Klima verkündet gerade vor den eintreffenden Ministern und Staaatschefs, dass Länder, die nicht einem von der EU vorgelegten Fahrplan beitreten und sich nicht bis 2015 auf verbindliche Verpflichtungen festlegen, eine untragbare Verantwortung auf sich nehmen. Damit meint sie Russland, Kanada und Japan, die signalisiert haben, dass sie nicht an einer zweiten Periode des Kyoto-Protokolls teilnehmen werden und die USA, die das Protokoll nie umgesetzt hat.

Kein Schutz der Waldbewohner ohne Berichtspflichten

Von Ruth Irlen am

Auf den letzten Moment kamen Samstagnacht die Empfehlungen der Kontaktgruppe zum Waldschutz des wissenschaftlichen und technischen Beratungsorgans heraus. Nachdem Länder, wie die Demokratische Republik Kongo, ihre Interessen klar gemacht hatten, dass man erst mal mit dem Waldschutz anfangen sollte, und sich dann später Gedanken über die Einhaltung von Schutzbestimmungen zu biologischer Vielfalt und der Sicherung der Rechte von Waldbewohnern und indigenen Völkern machen könnte, gelang es doch wieder, sich im Textentwurf auf alle in Cancun verabschiedeten Schutzbestimmungen zu beziehen.

Fossil für Brasilien

Von Ruth Irlen am

Erfolge im Regenwaldschutz hat Brasilien vorzuweisen: durch die Ausweisung von Schutzgebieten für Indigene, das Programm „Bolsa Floresta“ und die Verabschiedung eines Waldschutzgesetzes konnten sie ihre Entwaldungsrate in den letzten 6 Jahren um 67% gegenüber dem Zeitraum 1996-2005 senken. Doch dieser Trend hat sich in den letzten Monaten umgekehrt. Am 24. Mai 2011 hat das Abgeordnetenhaus einem Gesetzesentwurf zugestimmt, das die Spielräume für legale Abholzung erweitert und eine Amnestie für illegale Abholzung vorsieht.

Schlechten Beispielen folgen

Von Ruth Irlen am

Als Vorreiter für Demokratie und Freiheit sah sich die USA immer, doch wenn man Vertreter der Zivilgesellschaft hier in Durban auf ihre Führungsrolle befragt, dann hat sie jegliches Vertrauen verspielt. „Die USA haben sich immer in den Verhandlungen engagiert, sie auf den kleinsten gemeinsamen Nenner herunter gebracht und dann sind sie ausgestiegen“, wie Lim Lee Lin vom Third World Network aus der Beobachtung der amerikanischen Verhandlungstaktik in anderen UN-Konventionen weiß. Das Kyoto Protokoll haben die USA mitverhandelt, aber niemals ratifiziert.

REDD – was ist das überhaupt?

Von Ruth Irlen am

Bei der Reduzierung von Emissionen durch die Vermeidung von Entwaldung und Walddegradierung erhalten Waldländer in den Tropen Ausgleichszahlungen für unterlassene Abholzung. Doch was heißt das für ein Dorf in Tansania? Bei einer Waldfläche von 200 Hektar und einer Abholzungsrate von 10 Prozent würde das Dorf, wenn es ihm gelingen würde, die Abholzung ganz einzustellen, in 20 Jahren bei einem Preis von 10 US-Dollar je Tonne gebundener Kohlenstoff würde das Dorf jährlich 50.000 US-Dollar erhalten.